Autovermietung zieht 41 Mal Geld ein – Wie ein Familienvater in den finanziellen Abgrund rutschte

Veröffentlicht am: 21.Juli.2025Kategorien: RechtlichesLesezeit: 2 Min.
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Nora Wölflick schreibt über interessante, aktuelle Themen für den Love & Law Blog bei Recht 24/7.

Möbeltransport mit Folgen: Vom Lieferwagen zur Kostenfalle

Was als unkomplizierter Möbeltransport geplant war, wurde für den Wiener Familienvater Alpaslan zum finanziellen Albtraum: Statt rund 200 Euro Mietkosten wurde ihm innerhalb eines Tages 41 Mal Geld vom Konto abgebucht – insgesamt 2.400 Euro! Der Grund: eine kaum nachvollziehbare Abfolge angeblicher Regelverstöße und Automatismen im Buchungssystem des Vermieters.

Schon kurz nach der Übernahme des gemieteten Ford Transit Custom kamen die ersten SMS: zu schnelles Fahren, Rauchen im Fahrzeug, angeblich falsches Verhalten – jedes Mal direkt verbunden mit einer automatischen Abbuchung. Alpaslan konnte nicht einmal mehr reagieren. „Ich war irgendwann nur noch froh, dass ich kein Geld mehr auf dem Konto hatte – weil sie mir nichts mehr abbuchen konnten“, sagt er gegenüber der Zeitung Heute.

Mietvertrag mit Nebenwirkungen: Panne, Blockade, Vertragsstrafe

Doch damit nicht genug. Kurz nach Grenzübertritt ins Ausland blieb das Fahrzeug wegen einer Panne stehen. Hilfe vom Vermieter? Fehlanzeige. Abschleppkosten musste Alpaslan selbst tragen. Zurück in Wien versuchte er, das Fahrzeug zurückzugeben – aber das Auto ließ sich nicht mehr starten. Der Anbieter hatte den Transporter offenbar fernblockiert.

Und so tickt seitdem die Gebührenuhr weiter. Aus ursprünglich 200 Euro wurden 2.400 – und jede Stunde zählt. Als Krönung des Irrsinns kündigte das Unternehmen an, den Wagen abzuholen – aber erst nach Zahlung einer hohen Vertragsstrafe.

Kein Einzelfall: Abzocke auch im Urlaub

Mietwagen-Abzocke ist kein neues Phänomen – vor allem im Ausland kommt es regelmäßig zu Fällen, die wie Satire wirken. Leipziger Urlauber Lukas Kiesewetter berichtet von einem Fall auf Mallorca, der fast noch dreister wirkt: Nach der Ankunft am Mietwagenschalter verlangte die Firma plötzlich über 8.600 Euro – darunter 3.500 Euro Selbstbeteiligung, 1.400 Euro Kaution und obendrein eine Tankgebühr von 217 Euro. Die Alternative: 220 Euro in bar – sofort. Wer sich nicht wehrt oder einschüchtern lässt, zahlt.

Mietvertrag oder digitales Raubrittertum?

Was hier passiert ist, hat mit Geschäft nicht mehr viel zu tun – das ist Abzocke unter dem Deckmantel des Vertragsrechts. Natürlich dürfen Autovermieter Verstöße sanktionieren – aber 41 Einzelabbuchungen innerhalb weniger Stunden? Das ist kein Vertrag, das ist ein Algorithmus mit Übergriffstendenzen.

Solche Fälle zeigen: Viele Mietwagenfirmen, vor allem im Billigsegment, setzen gezielt auf digitale Willkür, intransparente Vertragsklauseln und Angst. Wer keinen Rechtsschutz hat, steht schnell mit dem Rücken zur Wand – so wie Alpaslan. Der Mann wollte nur Möbel transportieren – jetzt kann er kaum noch die Stromrechnung bezahlen.

Solche Methoden gehören sofort gesetzlich reglementiert und juristisch geprüft. Es braucht klare Grenzen für digitale Abbuchungssysteme, transparente Vertragsbedingungen und einen Schutzmechanismus für Verbraucher, bevor sie finanziell ruiniert werden. Denn: Ein Klick darf nicht die Existenz kosten.

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