Maxi Schafroth zündet Satire-Bombe in Grönland – und landet mitten im Shitstorm
Bild: Yingna Cai / Shutterstock.com
Ein Witz zu viel: Deutscher Comedian sorgt für Eklat in Nuuk
Was passiert, wenn man versucht, Humor mit Weltpolitik zu vermischen – und dabei ein ganzes Land vor den Kopf stößt? Diese Frage stellt sich aktuell nach einem Zwischenfall in Grönland, bei dem der deutsche Kabarettist Maxi Schafroth eine Hauptrolle spielt. Das Portal t-online berichtet über den Fall.
In Nuuk, der Hauptstadt Grönlands, wollte Schafroth offenbar einen besonders „witzigen“ Moment für die NDR-Satiresendung Extra 3 inszenieren: Er versuchte, eine US-Flagge vor dem lokalen Kulturzentrum zu hissen – angeblich im Namen der amerikanischen Regierung. Damit spielte er wohl auf Donald Trumps alte Fantasie an, Grönland für die USA zu „kaufen“.
Die Reaktion der Anwesenden? Alles andere als begeistert. Mitarbeiter des Kulturzentrums schritten sofort ein und verhinderten die Aktion. Die Szene wurde von einem Aktivisten gefilmt, der sie später mit scharfen Worten kommentierte: „Wenn Sie unsere Werte nicht respektieren, warum sind Sie dann in Nuuk?! Schande über Dich, Du Narr!“
Zwischen Satire und schlechtem Timing
Der Zwischenfall war kein Einzelfall. Schon einen Tag zuvor hatte Schafroth am Flughafen Nuuk für Verwirrung gesorgt: Laut Augenzeugen soll er dort auf Englisch verkündet haben, Donald Trump sei gelandet und die Grönländer hätten ihm zugejubelt. Der Applaus galt jedoch einer zurückkehrenden Futsal-Mannschaft – einem grönländischen Hallenfußball-Team, das gerade aus Kroatien zurückgekehrt war. Witzig gemeint? Vielleicht. Geklappt hat’s jedenfalls nicht.
Der NDR hat den Vorfall inzwischen bestätigt und spricht von einem satirischen Dreh, bei dem „ein Mitglied des Teams vorgegeben [hat], eine US-Flagge auf einem öffentlichen Platz hissen zu wollen.“ Dafür gab’s vor Ort ein Bußgeld. Und ein deutliches Statement hinterher: „Die Redaktion erklärt ihr Bedauern gegenüber den Menschen in Grönland, sollte dieser Eindruck entstanden sein.“
Satire als Exportproblem?
Die Idee, Satire an realen Schauplätzen umzusetzen, ist nicht neu – aber sie funktioniert nicht überall gleich. In Grönland, wo das Verhältnis zu den USA ohnehin ein sensibles Thema ist, wird ein Mann mit US-Flagge und Trump-Parolen eben nicht automatisch als Komiker erkannt – sondern möglicherweise als echte Bedrohung oder Provokation.
Laut einer Augenzeugin sei Schafroth der Ernst der Lage erst bewusst geworden, als es bereits zu spät war: „Er hat Angst bekommen, als er sah, wie groß der Gegenwind war.“ Kein Wunder, dass er den Dreh schnell abgebrochen hat.
Kommentar: Satire ist keine Einbahnstraße
Lustig ist, was provoziert – dieser Satz gilt im deutschen Fernsehen oft als Freifahrtschein. Aber wer im Ausland dreht, muss mehr mitdenken als mitlachen. In Grönland eine US-Flagge zu hissen und sich als amerikanischer Regierungsbeamter auszugeben, ist nicht nur mutig, sondern auch ziemlich blind für den kulturellen Kontext. Und genau hier kippt die Pointe.
Vielleicht wäre es manchmal besser, nicht den „Trump“ zu spielen – sondern einfach mal die Klappe zu halten.
Quelle: t-online.de
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