Von der Bundesliga ins Gefängnis – Torwart-Legende Eike Immel verurteilt!

Veröffentlicht am: 11.August.2025Kategorien: RechtlichesLesezeit: 2 Min.
Fussball im Tor
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Hakan Tok schreibt Artikel zu technischen Themen im Blog Recht 24/7 Love & Law.

Vom Elfmeterkiller zum Angeklagten

Er war einer der bekanntesten Torhüter Deutschlands, hütete das Tor in 19 Länderspielen und stand für Vereine wie Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart zwischen den Pfosten. Jetzt landet Eike Immel, 64, im ganz anderen „Kasten“ – hinter Gittern. Das Amtsgericht Marburg urteilet: Zwei Jahren und zwei Monaten Haft wegen Betrugs in 107 Fällen. Laut Anklage habe sich Immel immer wieder Geld von Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern geliehen und es dann nie zurückgezahlt zu. Der Gesamtschaden: 34.340 Euro.

Die Masche – kleine Beträge, große Summe

Laut Gericht lief das Betrugsspiel über Jahre. Mal waren es 50 Euro, mal mehrere Hundert. Immer wieder erklärte Immel, seine Bankkarte sei noch nicht angekommen oder er habe den Geldbeutel verloren. Auch Tickets für ein EM-Spiel bot er an, kassierte das Geld – und lieferte nie.

Unter den Geschädigten ist auch die Lebensgefährtin des verstorbenen Weltmeisters Andreas Brehme. Bei ihr soll Immel 65 Mal Geld geliehen haben – insgesamt 18.020 Euro. Brehme selbst hatte 2022 ausgesagt: „Er hat öfter nach Geld gefragt, ca. 20.000 Euro. Bis wir irgendwann gesagt haben: Jetzt nicht mehr.“

Opfer erzählen – und der Angeklagte schweigt

Im Prozess sagte der Unternehmensberater Michael Lampel, er habe Immel 39 Mal Geld gegeben – insgesamt 15.290 Euro. Immer mit einer neuen Geschichte, warum das Geld dringend gebraucht werde. „In meiner Branche ist es nichts Ungewöhnliches, mal in Vorleistung zu gehen“, so Lampel.

Immel selbst äußerte sich vor Gericht nicht. Sein Anwalt erklärte: „Herr Immel schämt sich sehr für das, was hier heute im Gerichtssaal verhandelt wird.“ Der Ex-Torwart lebe seit Jahren „von der Hand in den Mund“ und sei „kein gewerbsmäßiger Betrüger, sondern ein gescheiterter ehemaliger Fußballer“.

„Wir haben alle Zeugen für überaus glaubhaft gehalten. Bei dieser Strafe stellt sich die Frage auf Bewährung nicht“, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung. Punkt 8.53 Uhr war Immel in sportlichem Outfit erschienen, wirkte nervös. Um 15.06 Uhr fiel das Urteil – er nahm es gefasst auf, verließ aber wortlos und zügig den Gerichtssaal. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mitleid ersetzt keine Verantwortung – schon gar nicht vor Gericht

Hier geht es nicht nur um einen Ex-Profi, der ins Straucheln geraten ist – hier geht es um Vertrauen. Wer in 107 Fällen Geld auf die gleiche Weise „leiht“ und nie zurückzahlt, darf sich nicht wundern, wenn am Ende die Handschuhe gegen Handschellen getauscht werden. Auch wenn man natürlich  argumentieren kann, dass Immel ein tragischer Fall ist, ein gefallener Star, der nach der Fußballkarriere nie im normalen Leben angekommen ist.

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