Vaterschaftstest mit Doppelgänger: Wenn Unterhaltsschulden zu absurden Ideen führen

Veröffentlicht am: 09.Dezember.2025Kategorien: RechtlichesLesezeit: 3 Min.
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Nora Wölflick schreibt über interessante, aktuelle Themen für den Love & Law Blog bei Recht 24/7.

Ein Freund, ein Pass, ein Plan – und ein peinliches Ende

Manche Geschichten klingen wie aus einem schlechten Film – diese hier ist allerdings Realität. Ein 37-jähriger Mann wollte sich vor Unterhaltszahlungen für sein außereheliches Kind drücken. Seine Lösung? Er schickte einfach seinen Kumpel zum Vaterschaftstest. Mit gefälschtem Ausweis und fremdem Gesicht. Klingt absurd? Ist es auch – und gescheitert ist es obendrein.

Tatort war Dillingen an der Donau. Dort landete der Fall nun vor dem Amtsgericht, nachdem der skurrile Betrugsversuch aufgeflogen war. Mit im Boot: ein 43-jähriger Freund des Kindesvaters, der sich für ihn ausgab – inklusive manipuliertem Ausweis mit seinem eigenen Bild und den Daten des anderen.

Der Trick funktionierte zunächst: Der DNA-Test war negativ, kein Wunder – der falsche Mann saß ja auf dem Stuhl. Doch dann passierte das, was im echten Leben eben oft passiert: Ein kleiner, aber entscheidender Fehler brachte alles zum Einsturz.

DNA lügt nicht – aber Fotos auch nicht

Was die Männer offenbar übersehen hatten: Das Gutachten samt Foto ging auch an die Mutter des Kindes. Und die erkannte sofort: Der Mann auf dem Bild ist nicht der Vater ihres Kindes. So wurde der Täuschungsversuch aufgedeckt – und landete auf dem Schreibtisch der Staatsanwaltschaft.

Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: Die Anklage lautete auf Urkundenfälschung und versuchten Betrug. Der 43-jährige Doppelgänger bekam eine Geldstrafe, zeigte sich kooperativ und war sich laut seinem Anwalt selbst nicht sicher, ob das Ganze überhaupt funktionieren könne.

Anders der 37-Jährige: Der erschien gar nicht erst vor Gericht. Die Quittung: Ein Haftbefehl wurde gegen ihn erlassen. Offenbar hat er auch finanziell längst die Kontrolle verloren – über 8.600 Euro Unterhaltsschulden stehen im Raum.

Wenn Verzweiflung die Vernunft ausschaltet

Was bringt jemanden dazu, solche Mittel zu wählen? Die Antwort ist meist eine Mischung aus finanziellem Druck, Angst vor Verantwortung und der Hoffnung, irgendwie davonzukommen. Doch wer glaubt, mit einem falschen Pass und einem Freund an seiner Stelle die Justiz täuschen zu können, lebt in einer anderen Realität – und unterschätzt sowohl das System als auch die Menschen, die darin arbeiten.

Zumal: Vaterschaftstests sind mittlerweile fälschungssicher dokumentiert, oft mit Lichtbild und Identitätsnachweis. Und spätestens wenn die Mutter das Gutachten bekommt, endet jeder Rollentausch im Desaster.

Kommentar: So viel Kreativität – so wenig Verstand

Man muss fast schon den Kopf schütteln über die Energie, die hier in einen Täuschungsversuch gesteckt wurde – statt einfach Verantwortung zu übernehmen. Wer Vater ist, ist Vater. Punkt. Auch wenn’s unangenehm, teuer oder kompliziert wird. Sich dann mit gefälschten Pässen und Freunden aus der Affäre ziehen zu wollen, ist nicht nur juristisch dumm, sondern auch menschlich armselig.

Und an alle, die auf ähnliche Ideen kommen: Das nächste Gutachten kommt garantiert wieder mit Foto. Wer das übersieht, hat bald auch ein Strafverfahren an der Backe.

Quelle: sueddeutsche.de

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