US-Einreisestopp für Tischtennis-Star: Wie ein Turniertraum in Las Vegas platzt
Wer auf Kuba war, darf nicht in die USA? Doch, aber nur mit Visum!
Was klingt wie ein schlechter Witz, ist für Hugo Calderano, den brasilianischen Tischtennis-Vizeweltmeister, bitterer Ernst: Obwohl er alles richtig gemacht hat, darf er nicht zum hochdotierten Grand Smash Turnier in Las Vegas einreisen. Die Gründe liegen nicht in seinem sportlichen Können – er gehört zu den besten drei Spielern der Welt –, sondern in einem politisch-bürokratischen Irrsinn: Er war 2023 bei einem Turnier auf Kuba.
Seit Kuba von der US-Regierung wieder als „terrorunterstützender Staat“ eingestuft wurde, gelten für alle, die nach dem 12. Januar 2021 dort waren, verschärfte Regeln. Auch für Sportler. Auch wenn sie nur für ein Quali-Turnier dort gespielt haben. Calderano hatte wie gewohnt über das ESTA-System die visumfreie Einreise beantragt – und wurde abgelehnt.
Kein Termin, kein Visum, kein Vegas
Dass Calderano portugiesischer Staatsbürger ist, hilft ihm genauso wenig wie sein sportlicher Status. Selbst mit Unterstützung des Tischtennis-Verbandes und des US-Olympia-Komitees bekam er kurzfristig keinen Termin bei der US-Botschaft, um ein Notfall-Visum zu beantragen. Und ohne das geht eben nichts.
Ironisch: Das Turnier, für das Calderano vorgesehen war, ist Teil einer neuen, hochkarätigen Turnierserie, die sich an den berühmten Tennis-Grand-Slams orientiert – ein Prestige-Projekt des Weltverbands ITTF und Veranstalters WTT. Las Vegas sollte das zweite große Event werden, mit einem Preisgeld von 1,55 Millionen Dollar. Für Calderano bleibt davon: nichts. Kein Auftritt, kein Preisgeld, kein Platz auf der Bühne, die ihm sportlich zustehen würde.
Sport trifft Bürokratie – und verliert
Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell Sport und Politik ungewollt aneinandergeraten. Hugo Calderano hat keine Regeln verletzt, keine politische Agenda betrieben – er hat einfach nur seinen Job gemacht: Tischtennis spielen. Dass ihm daraus ein Strick gedreht wird, weil er vor über einem Jahr in Kuba einen Schläger geschwungen hat, wirkt mehr als absurd.
Für den 29-Jährigen ist das doppelt bitter: Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der Tischtennis-WM in Doha und dem ersten Weltcupsieg eines Südamerikaners war er auf dem besten Weg, Geschichte zu schreiben. Stattdessen wird er durch eine Gesetzesregelung, die in seiner Welt nichts zu suchen hat, ausgebremst.
Zwischen Sicherheit und Scheinheiligkeit
Ja, Staaten haben das Recht, ihre Grenzen zu kontrollieren. Und ja, Terrorismusbekämpfung ist wichtig. Aber wenn diese Regeln dazu führen, dass ein international angesehener Sportler ohne jede Verbindung zu Terrorismus oder politischer Aktivität ausgeschlossen wird, wird das Ganze zur Farce. Sicherheit darf kein Vorwand für undurchdachte Automatismen sein.
Wenn Bürokratie so stur ist, dass sie selbst Olympia-Vierte aussperrt, dann wird aus dem „Land of the Free“ schnell das Land der absurden Einreise-Paragraphen. Sportler sind keine Sicherheitsrisiken, sondern Brückenbauer. Und wenn die nicht mehr rüberdürfen, läuft irgendetwas falsch.
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