KSC gegen Viagogo: Gericht verbietet Ticket-Wucher – Fans atmen auf

Veröffentlicht am: 26.Januar.2026Kategorien: Rechtliches, Tech & E-CommerceLesezeit: 2 Min.
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Kilian Floß verfasst Blogartikel zu rechtlichen und tagesaktuellen Themen für den Love & Law Blog.

Bild: T. Schneider / Shutterstock.com

Keine Garantie, kein Zutritt: Ticketplattform verliert vor Gericht

Wer sich über Plattformen wie Viagogo Eintrittskarten für Fußballspiele besorgt, zahlt oft viel – und steht im schlimmsten Fall trotzdem vor dem Stadiontor. Jetzt hat der Karlsruher SC einen wichtigen juristischen Erfolg gegen genau diese Praxis errungen. Das Landgericht Mannheim untersagte Viagogo den nicht autorisierten Verkauf von Tickets für KSC-Spiele.

Zugleich muss die Plattform künftig klar darauf hinweisen, dass über sie gekaufte Karten nicht automatisch zum Stadionzutritt berechtigen. Ein deutliches Signal – und kein Einzelfall: Auch der 1. FC Union Berlin und der FC St. Pauli hatten sich gegen die Weitervermarktung ihrer Tickets gewehrt – mit Erfolg.

 

Überteuert und ungültig: Das Risiko trägt der Fan

Hintergrund des Streits ist ein Problem, das viele Fußballfans kennen: Spiele sind schnell ausverkauft, offizielle Kanäle melden „nichts mehr da“ – und Plattformen wie Viagogo bieten die gleichen Tickets plötzlich zu völlig überzogenen Preisen an. Oftmals ohne Absprache mit dem Verein. Für die Käufer bedeutet das doppeltes Risiko: Sie zahlen mehr, bekommen aber keine Sicherheit, dass die Karten überhaupt gültig sind.

Genau hier sah das Gericht eine klare Irreführung. Wer Tickets verkauft, muss offenlegen, ob diese auch tatsächlich zum Einlass berechtigen. Laut dem Urteil hat Viagogo dies versäumt – und muss nun reagieren.

 

KSC sendet deutliches Zeichen: Nur offiziell ist sicher

Der KSC begrüßt die Entscheidung und kündigt an, auch weiterhin gegen den Schwarzmarkt vorzugehen. Sprecher Michael Becker betont, man wolle auch künftig die Fans vor überhöhten Preisen und unseriösen Angeboten schützen.

Ziel ist es, dass der Ticketverkauf wieder dort stattfindet, wo er hingehört: auf den offiziellen Kanälen des Vereins. Dort gelten faire Preise und rechtliche Sicherheit. Gleichzeitig ruft der Klub dazu auf, auch beim Weiterverkauf untereinander auf legale Wege zu setzen – etwa über vereinsinterne Ticketbörsen oder freigegebene Plattformen.

 

Wie wir den Sachverhalt einordnen

Wenn ein Ticket zum Glücksspiel wird, läuft etwas gewaltig schief. Viagogo und Co. verdienen gut an der Unsicherheit der Fans – mit intransparenten Methoden, hohen Aufschlägen und ohne jede Garantie. Dass ein Gericht jetzt klare Grenzen zieht, war überfällig. Und trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack: Solche Urteile sollten gar nicht erst nötig sein. Der Fußball lebt von seinen Fans – nicht vom Zwischenhandel. Wer Tickets verkauft, muss dafür sorgen, dass sie gültig, fair bepreist und rechtlich sauber sind. Alles andere hat auf dem Spielfeld nichts verloren.

 

 

Quelle: sport1.de

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