Homeoffice, Maus-Jiggler & Co: Wie Arbeitszeitbetrug zum neuen Risikofaktor wird

Veröffentlicht am: 25.November.2025Kategorien: Arbeitswelt, RechtlichesLesezeit: 3 Min.
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Kilian Floß verfasst Blogartikel zu rechtlichen und tagesaktuellen Themen für den Love & Law Blog.

Wenn Technik schlauer wirkt als der Chef

Seit das Homeoffice in vielen Jobs zur neuen Normalität geworden ist, hat sich auch eine Schattenseite der digitalen Arbeit breitgemacht: Arbeitszeitbetrug. Und der beginnt oft ganz harmlos – zum Beispiel mit einem kleinen Gerät, das einfach die Maus bewegt, während man selbst längst am Kühlschrank steht oder mit dem Hund Gassi geht. Maus-Jiggler nennen sich diese Helferlein, die dem Rechner vorgaukeln, man sei aktiv – obwohl gar niemand da ist.

Was nach einem cleveren Trick klingt, kostet Unternehmen richtig Geld. Denn nicht alle sind im Homeoffice wirklich produktiv – und nicht jeder Betrug ist sofort sichtbar.

Arbeitszeit fälschen – kein Einzelfall, sondern Alltag?

Laut aktuellen Umfragen erfassen rund 13 Prozent der Beschäftigten in Deutschland ihre Arbeitszeit nicht korrekt. Noch mehr – ganze drei Viertel – geben an, während der Arbeitszeit auch mal Dinge zu erledigen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Ob schnell mal die Spülmaschine ausräumen oder ein privates Telefonat – im Homeoffice fällt das oft nicht auf.

Klar, die Versuchung ist groß: Keine Kolleg:innen schauen über die Schulter, und viele Chefs setzen auf Vertrauen. Doch genau das wird manchmal ausgenutzt. Selbst moderne Zeiterfassungsprogramme können nicht alles verhindern – und so mancher Mitarbeiter wird richtig kreativ, wenn es darum geht, sie zu umgehen. Das Problem betrifft übrigens nicht nur die „kleinen Angestellten“, sondern zieht sich durch alle Ebenen – bis hoch ins Management.

Warum betrügen Menschen bei der Arbeitszeit?

Die Gründe sind selten schwarz-weiß. Klar gibt es auch Leute, die einfach keine Lust haben. Aber oft stecken tiefere Ursachen dahinter. Viele fühlen sich unterfordert, übergangen oder schlecht bezahlt. Wenn Überstunden nicht vergütet werden oder man keine Entwicklungschancen sieht, ist der Schritt zur inneren Kündigung nicht mehr weit – und damit auch zur kleinen Revanche am System.

Manche sagen ganz offen: „Ich mache meine Arbeit in vier Stunden – warum soll ich acht rumsitzen?“ Andere jonglieren mit Familie, Kindern oder Pflegeaufgaben und finden keine andere Möglichkeit, die täglich anfallenden Aufgaben zu bewältigen. Und dann ist da noch das Gefühl, dass im Unternehmen sowieso keiner merkt, ob man gerade produktiv ist oder nicht.

Was sagt das Arbeitsrecht?

Die rechtliche Lage ist klar: Wer absichtlich täuscht, kann abgemahnt oder sogar fristlos gekündigt werden. Das gilt auch für scheinbar harmlose Dinge – etwa wenn Pausen nicht korrekt gestempelt werden oder jemand während der Arbeitszeit regelmäßig private Erledigungen macht. Gerichte entscheiden in solchen Fällen oft zugunsten des Arbeitgebers.

Doch in der Praxis ist die Sache oft nicht so eindeutig. In vielen Firmen ist gar nicht klar geregelt, was als flexible Arbeitszeit durchgeht und was als Betrug gilt. Und solange das nicht sauber kommuniziert wird, bleibt viel Raum für Missverständnisse – und für Konflikte.

Was Recht 24/7 dazu sagt:

Arbeitszeitbetrug wird begünstigt, wenn Strukturen nicht mehr zur Realität passen. Wer immer nur kontrolliert, statt den Mitarbeitern zu vertrauen, wird auf Dauer verlieren. Die Zukunft der Arbeit liegt nicht im ständigen Überwachen, sondern in klaren Regeln und einem fairen Umgang miteinander. Und wer wirklich nur so tut, als ob er arbeitet? Der muss nicht nur mit unangenehmen Konsequenzen rechnen, sondern sollte sich fragen, ob er überhaupt im richtigen Job ist.

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