Handynummer von Friedrich Merz im Netz? Datenhändler zielen jetzt auf die Politik!

Veröffentlicht am: 23.September.2025Kategorien: Rechtliches, Tech & E-CommerceLesezeit: 2 Min.
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Christina Schröder schreibt über rechtliche Themen für den Love & Law Blog bei Recht 24/7.

Bild: Victor Mogyldea / shutterstock.com

Was läuft da schief im digitalen Deutschland?

Kaum zu fassen, aber offenbar Realität: Persönliche Daten deutscher Spitzenpolitiker und Behördenchefs werden im Netz ganz offen zum Verkauf angeboten. Laut einer „Spiegel“-Recherche sollen darunter auch die Mobilnummern von CDU-Chef Friedrich Merz und der BSI-Präsidentin Claudia Plattner sein.

Datenhandel mit Kontaktdaten mag nichts Neues sein – aber wenn sogar die oberste IT-Sicherheitschefin des Landes betroffen ist, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie sicher ist Deutschland eigentlich noch digital?

Daten-Deal mit Staatsgefahr?

Laut BSI handelt es sich um sogenannte Sales-Intelligence-Plattformen, also Datenhändler, die auf den ersten Blick seriös wirken – oft nutzen sie ihre Infos für Marketing, Recruiting oder Analyse. Doch was da verkauft wird, kann hochbrisant sein: Telefonnummern, Mailadressen, ggf. sogar berufliche Netzwerke und Bewegungsdaten von Menschen in sicherheitsrelevanten Funktionen.

Besonders brisant: Der Hinweis kam laut „Spiegel“ aus Italien – ein Whistleblower hatte dort ähnliche Missstände bei denselben Anbietern entdeckt und Behörden informiert. Die Recherche zeigt: Es handelt sich nicht um eine zufällige Leckage, sondern offenbar um systematisches Datensammeln – und zwar auch aus deutschen Behördenkreisen.

„Nicht geheim – aber sensibel“: Ist das der neue Normalzustand?

Die offizielle Reaktion? Abwägend. Eine BSI-Sprecherin erklärt, dass Mobilnummern von Politikern „nicht per se geheim“ sein könnten – schließlich müssten diese im Arbeitsalltag erreichbar sein. Ein durchaus nachvollziehbarer Punkt. Doch genau das öffnet Tür und Tor für Cyberangriffe, Social Engineering, Spionage oder schlicht: lästige Daueranrufe.

Die Realität: Wer heute in der Politik oder Verwaltung arbeitet, wird zur digitalen Zielscheibe – egal ob Bundeskanzler oder Sachbearbeiter im Verteidigungsministerium. Die Warnungen vor staatlich gesteuerten Cyberangriffen mehren sich, und trotzdem wirken viele Behörden und Politiker in der IT-Sicherheit überraschend blank.

Wer sensible Daten verkauft, handelt kriminell – Punkt.

Dass in Deutschland im Jahr 2025 Spitzenpolitiker und Behördenleitungen nicht einmal ihre Handynummer sicher wissen können, ist kein „peinlicher Einzelfall“. Es ist ein strukturelles Versagen.

Was hier unter dem Deckmantel von Business Intelligence verkauft wird, ist brandgefährlich. Wer Informationen über Politiker vertickt, betreibt nicht nur Datenschutzmissbrauch, sondern öffnet Türen für Erpressung, Desinformation und digitale Angriffe – insbesondere in Zeiten politischer Unsicherheit.

Und die Reaktion? Ein paar diplomatische Phrasen und laufende Prüfungen. Dabei müsste hier der digitale Feueralarm läuten. Wenn selbst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik betroffen ist, ist der Datenschutz nicht mehr unterwandert – sondern durchlöchert.

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