Beamter knackt den Überstunden-Rekord: 1405 Extra-Stunden in nur einem Jahr!
Arbeiten bis der Arzt kommt – oder die Opposition?
In der spanischen Kleinstadt Marín in Galizien sorgt ein Beamter derzeit für Schlagzeilen – und für hitzige Diskussionen im Rathaus. Der Grund: Laut offiziellen Angaben soll der Mitarbeiter im Jahr 2025 ganze 1405 Überstunden angesammelt haben. Das entspricht etwa 6,5 zusätzlichen Stunden – pro Arbeitstag! Wer jetzt ungläubig den Taschenrechner zückt, ist nicht allein: Wie der Focus nun berichtet, hält die politische Opposition das Ganze für „praktisch unmöglich zu glauben“.
Ein Sprecher der Opposition brachte es auf den Punkt: “Er verdiente durch Überstunden mehr als durch seine reguläre Arbeit”. Ein Schelm, wer hier an kreative Gehaltsoptimierung denkt.
Allein gelassen – und durchgearbeitet
Doch es gibt auch eine Erklärung: Die Bürgermeisterin von Marín, María Ramallo (Volkspartei), räumte den Fall öffentlich ein. Der Mitarbeiter sei Teil eines Teams gewesen, das normalerweise drei Personen umfasst – im Jahr 2025 habe er jedoch wegen einer Krankmeldung und einer Pensionierung alleine durchziehen müssen. Ramallo verteidigte den Einsatz mit einem Verweis auf die Notwendigkeit, gesetzliche Aufgaben weiterhin erfüllen zu müssen – auch unter Personalmangel.
Ob das die Zahlen wirklich erklärt? 1405 Überstunden bedeuten faktisch eine fast doppelte Vollzeitstelle – und das über ein ganzes Jahr hinweg. Kein Wochenende, keine Krankheit, kein Urlaub? Realistisch wirkt das nicht.
Was sagt eigentlich das deutsche Arbeitsrecht dazu?
Zum Vergleich: In Deutschland ist die Sache klar geregelt. Die tägliche Arbeitszeit ist per Gesetz auf acht Stunden begrenzt – in Ausnahmefällen dürfen es zehn sein, wenn ein zeitnaher Ausgleich erfolgt. Überstunden sind kein Fass ohne Boden, sondern gesetzlich limitiert und in Tarifverträgen oder Arbeitsverträgen festgelegt. Dauerhafte Mehrarbeit über Monate oder gar Jahre wäre bei uns ein Fall für den Betriebsrat – oder die Gewerbeaufsicht.
Übrigens: Auch in Spanien gibt es Arbeitszeitgesetze. Ob der Fall in Marín damit vereinbar ist, wird sich möglicherweise noch zeigen – denn der mediale Wirbel könnte zu weiteren Ermittlungen führen.
Kommentar: Held der Arbeit oder Held der Abrechnung?
1405 Überstunden – das klingt entweder nach einem echten Superhelden im Amt oder nach einem Abrechnungswunder mit perfektem Timing. Dass der Mitarbeiter mehr mit Überstunden verdient haben soll als mit seinem regulären Gehalt, weckt zwangsläufig Zweifel. Wenn Personal fehlt, muss das Management ran – nicht der Einzelne im Dauerstress. Dass eine Stadtverwaltung so etwas durchwinkt, ist kein Zeichen von Engagement, sondern von organisatorischem Versagen. Wer solche Zustände duldet, braucht keine neuen Mitarbeiter – sondern neue Strukturen.
Quelle: focus.de
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