Geld vom FC Bayern: Münchens OB Reiter muss Nebentätigkeit erklären
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Der Streit um Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und seine Rolle beim FC Bayern bekommt eine neue Wendung. Nach wachsendem Druck hat der SPD-Politiker nun bestätigt, dass er für seine Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des Vereins eine Vergütung erhalten hat. Problematisch daran: Eine formale Zustimmung des Stadtrats dafür lag offenbar nicht vor. Die Abendzeitung berichtet über den Fall.
Die Diskussion dreht sich damit weniger um die Höhe der Zahlung – sondern um die Frage, ob ein Oberbürgermeister solche Einnahmen überhaupt ohne Genehmigung annehmen darf.
Von einem Ehrenamt zur bezahlten Tätigkeit
Reiter gehört dem Verwaltungsbeirat des FC Bayern bereits seit 2016 an. Das Gremium hat vor allem beratende Aufgaben im Verein. Anfangs handelte es sich nach seiner Darstellung um ein unbezahltes Ehrenamt.
Erst einige Jahre später änderten sich die Rahmenbedingungen. Seit Ende 2021 gibt es für Mitglieder eine Aufwandsentschädigung. Für Reiter bedeutete das laut seiner Erklärung 10.000 Euro pro Halbjahr.
Damit wurde aus einer ursprünglich ehrenamtlichen Rolle eine Tätigkeit mit regelmäßiger Vergütung – und genau an diesem Punkt beginnt das politische Problem.
Denn für solche Nebentätigkeiten kann bei kommunalen Spitzenbeamten eine Genehmigung durch den Stadtrat erforderlich sein.
Diskussion begann mit dem Aufsichtsrat
Ausgelöst wurde die Debatte ursprünglich durch eine andere Personalie. Reiter sollte in den Aufsichtsrat des FC Bayern einziehen.
Im Münchner Stadtrat erklärte er zunächst, er sei noch gar kein Mitglied des Gremiums und habe lediglich an einer Sitzung teilgenommen. Kurz darauf stellte sich jedoch heraus, dass er bereits gewählt worden war und offiziell als Aufsichtsratsmitglied registriert wurde.
Damit gerieten auch seine weiteren Funktionen beim Verein stärker in den Fokus.
Parallel stellte die Fraktion der Linken im Stadtrat Fragen zu möglichen Zahlungen im Verwaltungsbeirat. Hintergrund war eine öffentliche Aussage des früheren Bürgermeisters Seppi Schmid (CSU), der für diese Tätigkeit rund 20.000 Euro jährlich erhalten hatte.
Reiter sieht keinen Schaden
In einer später veröffentlichten Erklärung räumte Reiter die Zahlungen ein und erklärte zugleich, dass ihm eine notwendige Genehmigung nicht bewusst gewesen sei.
Gleichzeitig betont er, dass seine Tätigkeit beim FC Bayern nie verborgen gewesen sei. Auch die erhaltenen Beträge seien korrekt versteuert worden.
Der Oberbürgermeister erklärte außerdem:
“Es wurde zu keinem Zeitpunkt etwas verheimlicht. Im Gegenteil. Mein Engagement für den FC Bayern und meine Tätigkeit ist seit Jahren bekannt und öffentlich.”
Eine rechtliche Prüfung der Vorgänge sei inzwischen veranlasst worden. Die Ergebnisse sollen dem Münchner Stadtrat vorgelegt werden.
Unterstützung aus dem Verein
Auch aus dem Umfeld des FC Bayern kam Rückhalt. Vereinspräsident Herbert Hainer äußerte sich bei einem Empfang der Stadt München zu der Diskussion.
Er sagte:
“Da kann ich nur dazu sagen, dass wir den Dieter Reiter sehr lange kennen. Er ist seit über zehn Jahren im Verwaltungsbeirat, ist ein Bayern-Fan und eine besondere Persönlichkeit. Sein Wissen und seine Erfahrung tun uns gut. Deswegen haben wir ihn auch in den Aufsichtsrat berufen. Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.”
Kritischer Kommentar
Der Fall zeigt, wie schnell Nebentätigkeiten politisch heikel werden können. Selbst wenn Einnahmen versteuert wurden und kein direkter finanzieller Schaden entstanden ist, bleibt eine zentrale Frage: Wer öffentliche Verantwortung trägt, muss besonders sauber mit Transparenz und Genehmigungen umgehen. Gerade in solchen Grauzonen entscheidet sich, wie glaubwürdig Politik am Ende wirkt.
Quelle: abendzeitung-muenchen.de
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