Kegel, Kippen, Katastrophe: Sieben Jahre Knast für Malle-Urlaub?

Veröffentlicht am: 04.Februar.2026Kategorien: RechtlichesLesezeit: 2 Min.
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Kilian Floß verfasst Blogartikel zu rechtlichen und tagesaktuellen Themen für den Love & Law Blog.

Bild: Video Media Studio Europe / Shutterstock.com

Was ist da eigentlich passiert?

Es klingt wie ein schlechter Witz – ist aber bitterer Ernst: Ein paar Freunde aus Münster reisen im Mai 2022 zum Feiern nach Mallorca. Der Plan: Sonne, Bier, Ballermann. Doch am Ende steht ein abgebranntes Lokal, Verletzte – und jetzt eine saftige Anklage.

Wie die Bild Zeitung berichtet, will die spanische Staatsanwaltschaft die Männer jetzt ins Gefängnis bringen: Sieben Jahre Haft fordert sie für acht der insgesamt dreizehn Kegelbrüder. Der Vorwurf: Sie sollen das Feuer in der bekannten Bar „Why Not Mallorca“ selbst verursacht haben – angeblich mit brennenden Zigaretten und einer „brennbaren Flüssigkeit“, die sie von ihrem Hotelbalkon auf das Dach geworfen haben sollen.

 

Feuer am ersten Urlaubstag

Der Brand brach laut Ermittlungen direkt am ersten Tag des Urlaubs aus. Die Bar brannte lichterloh, auch ein Etablissement darunter wurde stark beschädigt. Menschen wurden verletzt, der Schaden geht in die Hunderttausende.

Verdächtigt werden die Mitglieder des Kegelclubs „Stramm am Tisch“. Sie sollen von Balkon zu Balkon geklettert sein, sich Zugang zu einem leerstehenden Hotelzimmer verschafft und von dort aus die gefährliche Aktion gestartet haben. So steht es zumindest in der Anklageschrift, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Was genau auf dem Dach gelandet ist, ist allerdings unklar. Die Rede ist vage von „Bier oder etwas Ähnlichem“. Sicher ist: Das Schilfdach fing Feuer, die Bar brannte aus, mehrere Menschen mussten medizinisch behandelt werden. Der Besitzer konnte sich gerade noch retten.

 

Die andere Seite der Geschichte

Die Kegelbrüder beteuern bis heute ihre Unschuld. Ihre Anwältin spricht von vielen offenen Fragen – und davon, dass es keinerlei eindeutige Beweise gebe. Außerdem hätten einige der Beschuldigten als freiwillige Feuerwehrleute sogar geholfen, Hotelgäste in Sicherheit zu bringen. Dabei sollen sie selbst Rauchvergiftungen erlitten haben.

Trotzdem saßen acht der Männer zwei Monate in spanischer Untersuchungshaft. Erst nach einer halben Million Euro Kaution durften sie wieder raus. Seitdem ist viel Zeit vergangen – doch der Prozess lässt weiter auf sich warten.

 

Unsere Einordnung

Wer mit Zigaretten zündelt, trägt Verantwortung – keine Frage. Aber ein Strafverfahren mit dieser Wucht braucht mehr als Vermutungen. Wenn die Beweise so wacklig sind, wie es klingt, wäre es fatal, aus Partylaune einen Justizskandal zu machen. Klar ist aber auch: Mallorca ist keine Bühne für Rücksichtslosigkeit. Wer sich danebenbenimmt, muss mit Konsequenzen rechnen – auch jenseits von Sangria und Strand.

 

Quelle: bild.de

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