McRib vor Gericht: Hat McDonald’s uns alle gegrillt?
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Sammelklage in den USA – weil im McRib keine Rippchen sind?
In den USA sorgt ein Fast-Food-Klassiker für juristischen Wirbel: Vier Kunden haben McDonald’s wegen des McRib verklagt – und das nicht etwa wegen des Geschmacks, sondern wegen der vermeintlich irreführenden Werbung. Ihre zentrale Behauptung: Der McRib enthält gar kein echtes Rippchenfleisch, obwohl der Name genau das suggeriere.
Der Vorwurf lautet: Wer “Rib” liest, denkt an saftige Schweinerippchen. Stattdessen bestehe das Patty laut Klägerseite aus Schweineschulterfleisch, das lediglich in eine rippchenartige Form gepresst werde. Und dafür sollen Kunden teils bis zu 7,89 Dollar (ca. 6,75 Euro) bezahlt haben? Das sei bewusste Täuschung, so die Klage – und man fordert Schadensersatz, Rückzahlungen und ein Ende der „irreführenden“ Werbung.
Der McRib: Kultprodukt mit Werbe-Trick?
Der McRib ist längst Legende: Weizenbrötchen, BBQ-Soße, Zwiebeln, Gewürzgurken – und dazwischen das berühmte Patty in Rippenform. Doch genau diese Optik ist jetzt das Problem. Denn die Kläger meinen: Das sieht nach Knochen aus, suggeriert echtes Rippchenfleisch – ist aber nur gepresstes Schweinefleisch ohne Knochen.
Besonders kritisiert wird, dass McDonald’s das Produkt nur zeitweise anbietet – was bei Fans regelmäßig für Hype sorgt. Laut den Klägern sei das Teil einer Strategie: Die künstliche Verknappung nehme den Kunden die Zeit, sich kritisch mit den Zutaten zu beschäftigen. Stattdessen schlage man im Eifer des Moments zu – und merke erst später, was wirklich drin ist.
McDonald’s kontert: „100 % Schwein, 0 % Täuschung“
Der Fast-Food-Riese reagiert auf die Klage erwartungsgemäß deutlich: „Unser McRib wird zu 100% aus Schweinefleisch hergestellt.“ Die Zutaten seien transparent kommuniziert, die Herkunft klar: Das Fleisch komme von Landwirten und Lieferanten aus den USA. Alles sei sicher, hochwertig – und: Wer den McRib kauft, wisse, was er bekommt.
Juristisch wird es nun spannend. Denn der Fall dreht sich nicht darum, ob Schweinefleisch verwendet wird – das wird gar nicht bestritten – sondern welches Fleisch und was der durchschnittliche Kunde beim Namen „McRib“ erwartet. Reicht die Form eines Patties, um Premium-Qualität vorzutäuschen? Oder ist der Name einfach nur cleveres Marketing?
Kritische Einordnung
Ob man’s nun appetitlich findet oder nicht: Der Fall hat Biss. Denn er zeigt, wie weit Konzerne beim Marketing gehen – und wie wenig es braucht, um Kunden in die Irre zu führen. „100 % Schwein“ sagt eben noch lange nichts über Qualität. Und der Name „McRib“? Klingt nach Grillfest, ist aber am Ende eine geformte Fleischmasse aus der Fabrik.
Die Klage wirkt zwar auf den ersten Blick überzogen – aber sie stellt die richtige Frage: Darf Werbung Erwartungen wecken, die das Produkt gar nicht erfüllen will? In Zeiten von Food-Design und künstlich erzeugtem Hype ist das längst keine Kleinigkeit mehr. Wer ehrlich verkauft, braucht keine optischen Mogelpackungen. Punkt.
Quelle: spiegel.de
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