Po-Eklat auf der Theaterbühne: Schauspielerin muss wegen Biss 2.100 Euro zahlen

Veröffentlicht am: 05.Dezember.2025Kategorien: RechtlichesLesezeit: 2 Min.
Avatar-Foto
Hakan Tok schreibt Artikel zu technischen Themen im Blog Recht 24/7 Love & Law.

Bühne frei für… eine Anzeige wegen Körperverletzung

Was als kunstvolles Theater gedacht war, endete mit einer Anzeige – und nun auch mit einer Geldbuße: Die österreichische Schauspielerin Anna Werner Friedmann muss 2.100 Euro zahlen, weil sie einem Kollegen bei einer Aufführung zu fest in den Hintern gebissen hat. Schauplatz des ungewöhnlichen Vorfalls war im August 2023 das Theaterstück „Alma – A Show Biz ans Ende“ in einem Kulturhotel am Semmering südlich von Wien.

Zwar war der Biss offenbar Teil der Performance, doch er ging offenbar über das übliche Bühnenmaß hinaus. Die Justiz sprach am Bezirksgericht Neunkirchen jetzt ein salomonisches Urteil: Keine Verurteilung, keine Vorstrafe – aber auch kein Freispruch. Das Verfahren wurde per Diversion beigelegt, was in Österreich bedeutet: Einsicht zeigen, zahlen – und gut ist.

“Das Spiel war intensiver als sonst”

Vor Gericht zeigte sich die Schauspielerin einsichtig. Der Biss sei nicht böswillig gewesen, sondern Teil einer bekannten Szene, die bereits mehrfach gespielt worden war. „Das Spiel war wesentlich intensiver als normalerweise“, sagte Friedmann vor Gericht. Und genau das war wohl das Problem.

Die Situation hatte sich zusätzlich zugespitzt, weil ihr auch sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde. Friedmann habe – so der Vorwurf – die Hose ihres Kollegen heruntergezogen. Doch dieser Anklagepunkt wurde fallengelassen. Die Richterin erklärte, das allein reiche nicht für eine Verurteilung. Auch ein weiterer Vorwurf – eine angebliche Brandverletzung mit einer Fackel – wurde als Unfall eingestuft. Laut Friedmanns Anwalt sei das durch ein Stolpern passiert, nicht absichtlich.

Theater oder Tat? Ein Jahr später kam die Anzeige

Besonders pikant: Der betroffene Kollege zeigte den Vorfall erst ein Jahr später an. Ob aus verletztem Stolz, juristischem Kalkül oder tatsächlichem Schmerz – das bleibt unklar. Fest steht: Die Ermittlungen brachten ordentlich Unruhe in Friedmanns Karriere, die zuletzt mit ihrer neuen Rolle als Ermittlerin Mara Eisler in der ZDF-Reihe „Die Toten vom Bodensee“ mediale Aufmerksamkeit bekommen hatte.

Jetzt scheint der Spuk zumindest juristisch beendet. Friedmann zeigte sich über das Ende des Verfahrens erleichtert. Ihr Anwalt sagte gegenüber der Presse: „Sie ist froh, dass dieser Spuk ein Ende hat.“

Und was sagen wir dazu?

Theater lebt von Emotionen, Körperlichkeit, manchmal auch von Provokation. Aber ein echter Biss – mit juristischem Nachspiel – ist dann doch mehr Realität als Rolle. Gut, dass hier nicht gleich mit Vorstrafen um sich geworfen wurde. Doch man fragt sich schon: Wenn Schauspiel auf Schmerz trifft – wo hört das Spiel auf, wo beginnt die Straftat? Vielleicht ist es auch mal an der Zeit, dass die Theaterbranche klärt, was auf der Bühne erlaubt ist – und was nicht gebissen werden sollte.

Quelle: spiegel.de

Hast du rechtliche Fragen zu einem Vorfall? Buche jetzt eine Beratung und lass dich von unseren Experten unterstützen!

Zum Festpreis 169 EURO (brutto)