Luxus mit Regeln: Gucci, Chloé und Loewe kassieren Millionenstrafe
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Preis-Diktat statt freiem Handel
Exklusive Taschen, edle Mode – und ein ordentliches Nachspiel in Brüssel. Wie Der Spiegel am 14.10.2025 berichtet, stehen die Marken Gucci, Chloé und Loewe am Pranger der EU-Kommission. Der Vorwurf: Zu viel Kontrolle über Preise und Rabatte. Die Unternehmen sollen Einzelhändler und Online-Shops systematisch daran gehindert haben, selbst über den Verkaufspreis ihrer Produkte zu entscheiden. Ergebnis: Weniger Wettbewerb – und teurere Produkte für die Kundschaft.
Die Reaktion der EU blieb nicht aus: Insgesamt müssen die drei Modehäuser über 150 Millionen Euro Strafe zahlen. Den Löwenanteil übernimmt Gucci mit rund 120 Millionen Euro. Chloé zahlt fast 20 Millionen, Loewe knapp 18 Millionen. Die Summen wurden bereits reduziert – weil alle drei Unternehmen mit den Ermittlungen kooperierten.
Rabatte verboten, Verkaufsstart streng reglementiert
Über Jahre hinweg machten die Luxuslabels offenbar klar, wie, wann und zu welchem Preis ihre Produkte verkauft werden dürfen. Rabattaktionen? Teilweise komplett untersagt. Verkauf außerhalb der freigegeben Zeiträume? Ebenfalls tabu. Dabei ging es nicht nur um Kleidung, sondern auch um Schuhe, Schmuck und Handtaschen.
Auch wenn die drei Unternehmen unabhängig voneinander agierten, war das Prinzip ähnlich: Händler hatten kaum noch Spielraum – die Preiskontrolle lag bei den Marken selbst. Das, so die EU-Kommission, verzerrt den Markt und schadet Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Die Untersuchungen zeigten: Gucci und Loewe nutzten diese Praxis seit 2015, Chloé stieg ab 2019 ein. Beendet wurde das Verhalten erst, nachdem die Kommission 2023 überraschend in den Firmensitzen auftauchte.
Luxuskonzern schweigen – und zahlen
Die betroffenen Modehäuser äußerten sich nüchtern. Gucci-Mutterkonzern Kering erklärte, man habe die Entscheidung aus Brüssel „zur Kenntnis genommen“ – und bereits Geld zurückgelegt. Auch LVMH, der Konzern hinter Loewe, akzeptierte die Strafe stillschweigend. Einsicht oder Reue? Fehlanzeige.
Kritischer Kommentar
Wenn Marken wie Gucci, Loewe und Chloé den Handel vorschreiben, wie viel ihre Produkte kosten dürfen – und das bis hin zu Rabattverboten –, dann hat das mit freiem Markt nichts mehr zu tun. Was nach „Markenpflege“ klingt, ist in Wahrheit Preissteuerung durch die Hintertür.
Dass diese Praxis überhaupt jahrelang unbemerkt lief, zeigt, wie wenig Transparenz hinter dem Glanz der Luxuswelt herrscht. Die Strafe aus Brüssel ist deshalb richtig – doch sie kommt spät. Für viele Verbraucher kam die Erkenntnis wohl erst an der Kasse. Dabei sollte gelten: Wer Premiumpreise verlangt, muss sich auch an die Spielregeln halten.
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