Abzocke oder Sicherheit? Griechenland zieht die Verkehrs-Schraube an – und Urlauber zahlen
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Neue Regeln, hohe Strafen – und viele Touristen tappen in die Falle
Wer diesen Herbst noch mit dem Mietwagen durch Athen, Thessaloniki oder über eine der vielen Inseln fahren will, sollte jetzt besser zweimal hinsehen: Griechenland hat seine Straßenverkehrsordnung verschärft – drastisch.
Und das nicht leise: Laut dem Auswärtigen Amt drohen Urlaubern bei Verstößen hohe Bußgelder, der temporäre Entzug des Führerscheins oder sogar der Kennzeichen. Besonders tückisch: Die Regeln wirken auf den ersten Blick unscheinbar – wer sie nicht kennt, tappt leicht in die Kostenfalle.
Tempolimit, Parkfallen und Promillegrenze – das sind die größten Risiken
30 km/h in Wohngebieten
Was in Deutschland oft durch große Hinweisschilder angekündigt wird, fehlt in Griechenland manchmal ganz: In Wohngebieten und engen Gassen gilt jetzt generell Tempo 30 – auch wenn es nicht ausgeschildert ist. Wer schneller fährt, zahlt.
Parkverstoß? Kennzeichen weg!
Klingt absurd, passiert aber regelmäßig: Schon bei kleinen Parkverstößen können Bußgelder von 20 bis 150 Euro fällig werden. Doch es bleibt nicht beim Ticket – die Polizei darf die Kennzeichen sofort abschrauben. Und bis das Bußgeld gezahlt ist, steht das Fahrzeug still. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, hat damit ein echtes Problem – denn die Kosten landen oft direkt auf der Kreditkarte.
Null Toleranz für Motorradfahrer und Co.
Die Promillegrenze liegt bei 0,5, doch für Fahranfänger, Motorradfahrer und Berufskraftfahrer gilt Alkoholverbot. Wer erwischt wird, muss nicht nur mit hohen Geldstrafen rechnen – auch der Führerschein kann sofort einbehalten werden.
Dazu kommen bekannte Regelverstöße wie Handynutzung am Steuer, fehlender Helm oder Gurt, die nun besonders streng kontrolliert und sanktioniert werden.
Kreisverkehr? In Griechenland gilt das Gegenteil!
Ein weiteres Problem: die ungewohnte Vorfahrtsregel im Kreisverkehr. Wer aus Deutschland kommt, geht davon aus, dass Fahrzeuge im Kreisverkehr Vorrang haben. Nicht so in Griechenland: Dort gilt – wer einfährt, hat Vorrang. Das sorgt nicht nur für Verwirrung, sondern auch für Unfälle. Und bei einem Crash mit Mietwagen wird’s teuer.
Halteverbot? Lesen Sie die Linien!
Sogenannte Halteverbotsschilder mit senkrechten Linien sorgen regelmäßig für Ärger:
- Eine Linie = Halteverbot in ungeraden Monaten
- Zwei Linien = Halteverbot in geraden Monaten
Klingt verwirrend? Ist es auch. Wer falsch steht, zahlt – auch wenn auf den ersten Blick kein Verstoß erkennbar ist.
So schützen Sie sich vor Kosten und Ärger im Urlaub
Das Auswärtige Amt rät dringend zu Vorsicht:
- Keine Fremden mitnehmen – kann rechtlich heikel werden
- Besser auf Bus, Bahn oder Fähre umsteigen, vor allem in Athen
- Bei Problemen: sofort Rechtsanwalt oder deutsche Botschaft kontaktieren
- Vor allem Mietwagenfahrer sollten sich vor Fahrtantritt über die lokalen Verkehrsregeln informieren – sonst wird’s richtig teuer.
Urlauber in der Falle
Natürlich hat Griechenland das Recht, seine Straßen sicherer zu machen. Aber was hier passiert, wirkt wie eine Mischung aus Bürokratie-Falle und Urlauber-Abzocke. Denn wer Kennzeichen oder Führerschein einzieht, ohne vorher klar zu informieren, schafft kein Vertrauen – sondern kassiert auf Kosten der Ahnungslosen. Es wäre ehrlicher, diese Regeln in großen Lettern am Mietwagenschalter auszuhängen – am besten gleich neben dem Kreditkartenleser.
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