15 Jahre krank, aber Startup gegründet? Der unglaubliche Fall einer Beamtin sorgt für Kopfschütteln!

Veröffentlicht am: 03.September.2025Kategorien: Arbeitswelt, RechtlichesLesezeit: 2 Min.
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Nora Wölflick schreibt über interessante, aktuelle Themen für den Love & Law Blog bei Recht 24/7.

Krankgeschrieben – mit vollem Gehalt und eigener Praxis?

Man stelle sich vor: Eine Lehrerin meldet sich krank – und bleibt es. 15 Jahre lang. In dieser Zeit fließt Monat für Monat das volle Beamtengehalt – zwischen 5.000 und 6.100 Euro brutto. Parallel soll die Frau als Heilpraktikerin gearbeitet und sogar ein medizinisches Startup gegründet haben. Was nach Satire klingt, passiert mitten in Nordrhein-Westfalen – genauer gesagt: in Duisburg und Wesel.

Behördenversagen auf ganzer Linie?

Die betroffene Lehrerin war am Berufskolleg Wesel angestellt – jedenfalls auf dem Papier. Der heutige Schulleiter kennt sie nicht einmal namentlich, ebenso wenig wie sein Vorgänger. Seit dem Schuljahr 2003/2004 war die Frau im Dienst, doch schon wenige Jahre später war sie dauerhaft krankgeschrieben – mit angeblich psychischen Problemen.

Erst 2025 wurde der Fall bei einer Aktenprüfung entdeckt. Die Schulaufsicht forderte die Beamtin auf, sich einer amtsärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Das Ziel: Klären, ob sie jemals wieder arbeiten kann – oder nicht.

Doch die Lehrerin wehrte sich juristisch gegen diese Anordnung – verlor aber sowohl vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf als auch vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Letzteres betonte deutlich: „Auch wenn die Behörden lange untätig geblieben seien, verliere der Dienstherr nicht das Recht, eine medizinische Überprüfung zu verlangen.“

Heilpraktikerin statt Schulunterricht?

Besonders brisant: Während die Beamtin laut Attesten krank war, soll sie als Heilpraktikerin tätig gewesen sein – unter ihrem echten Namen gelistet auf Terminbuchungsplattformen. Und nicht nur das: Sie soll auch ein medizinisches Startup gegründet und dafür sogar eine staatliche Fördersumme kassiert haben.

Was nach einem Einzelfall aussieht, wirft ein grelles Licht auf die Blindstellen im deutschen Beamtensystem. Wie kann jemand 15 Jahre lang krankgeschrieben sein, ohne jegliche Kontrolle? Wie konnte es sein, dass eine Lehrerin voll alimentiert, aber völlig unsichtbar für Schule, Kollegen und Vorgesetzte blieb?

Politik unter Druck – Öffentlichkeit fassungslos

Auch in der Landespolitik ist der Fall mittlerweile angekommen. NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) äußerte sich erstaunt: „Für mich stellen sich da auch viele Fragezeichen, weil ich so einen Fall auch selbst so noch nicht erlebt habe.“

Die Bezirksregierung Düsseldorf will nun umfassend aufklären. Spät, aber immerhin. Auch das Oberverwaltungsgericht kritisierte deutlich, dass über Jahre keine wirksamen Schritte unternommen wurden. Die betroffene Lehrerin muss nun nicht nur zum Amtsarzt, sondern auch 2.500 Euro Gerichtskosten selbst zahlen. Ob das die einzige Konsequenz bleibt?

Kein Krankheitsfall, sondern ein Systemfehler

Hier wurde offenbar jahrelang nicht hingeschaut – oder weggeschaut. Und das ist keine kleine Geschichte über eine vermeintlich findige Beamtin – das ist ein Skandal über Kontrollversagen, Behördenblindheit und eine Fürsorgepflicht, die zur Selbstbedienung mutiert ist.

Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass die Frau parallel zur Krankschreibung ein Startup gegründet und Patienten behandelt hat, dann braucht es mehr als einen Amtsarztbesuch. Dann geht’s um Rückforderungen, Disziplinarverfahren – und Konsequenzen im System, das so etwas überhaupt möglich macht.

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