16 Jahre krank – aber womöglich heimlich gearbeitet? Der unglaubliche Fall einer Lehrerin, die keiner kennt
Von der Schule verschwunden – aber auf einmal online als Heilpraktikerin?
Was ist da los in Duisburg? Eine verbeamtete Lehrerin soll seit 2009 durchgehend krankgeschrieben sein – und das bei vollem Gehalt. Doch jetzt tauchen neue Hinweise auf, die den Fall brisant machen: Die Frau könnte sich während ihrer Dauerkrankheit ein zweites berufliches Standbein als Heilpraktikerin aufgebaut haben. Online finden sich plötzlich Einträge mit ihrem Namen – samt Angaben zur entsprechenden Ausbildung.
Die Betroffene selbst schweigt – auch ihre Anwälte sagen nichts. Doch das Netz vergisst nicht: Die Spuren führen zu einem möglicherweise illegalen Nebenjob während der Krankschreibung. Und das bei einer Beamtin, die nach wie vor aus Steuergeldern finanziert wird.
Der Schulleiter kennt sie nicht – obwohl sie offiziell dort arbeitet
Fast filmreif wird es mit dem nächsten Detail: Der aktuelle Schulleiter des Berufskollegs, an dem die Lehrerin seit Jahren angestellt ist, kennt nicht einmal ihren Namen. Kein Kontakt, kein Auftritt, kein Unterricht – einfach abgetaucht.
„Für mich stellen sich viele Fragen“, so NRW-Schulministerin Dorothee Feller – und sie ist nicht die Einzige. Auch die Bezirksregierung Düsseldorf kündigt eine umfassende Prüfung an. Der Fall wirft vor allem eine große Frage auf: Wie konnte das 16 Jahre lang niemanden wirklich stören?
Jetzt muss sie zum Amtsarzt – und klagt dagegen
Nach anderthalb Jahrzehnten soll die Beamtin endlich einem Amtsarzt vorgestellt werden, um zu klären, ob sie dienstfähig ist – oder es jemals wieder sein wird. Doch auch dagegen wehrt sich die Frau. Sie hält die Untersuchung für „unverhältnismäßig“ und einen „Eingriff in ihr Persönlichkeitsrecht“. Die Gerichte sehen das anders: Sowohl das Verwaltungsgericht Düsseldorf als auch das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden klar – die Untersuchung ist rechtens.
Besonders pikant: Die Krankschreibungen kamen zuletzt von einem psychiatrischen Fachzentrum. Deshalb soll nun ein amtsärztliches Gutachten mit neurologisch-psychiatrischer Bewertung erfolgen. Die Frau sieht darin eine Grenzüberschreitung – das Gericht sieht es als logische Konsequenz.
Was sagt der Lehrerchef?
Andreas Bartsch vom Lehrer-Verband NRW findet deutliche Worte: „Dieses Verhalten ist ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen.“ Auch er hat in seiner ganzen Karriere noch nie einen solchen Fall erlebt. „Völlig unterirdisch“ nennt er die Geschichte – und spricht damit wohl auch vielen anderen aus der Seele. Denn während viele Lehrkräfte an Schulen an ihre Belastungsgrenze kommen, kassiert hier jemand Jahr für Jahr Geld ohne eine Minute Arbeit.
Vertrauen in das System ist erschüttert
Dieser Fall ist ein Paradebeispiel dafür, wie träges Behördenhandeln und Beamtenstatus aufeinandertreffen. 16 Jahre keine ärztliche Überprüfung? Ernsthaft? Dass sich eine Person über so lange Zeit aus dem System schleichen kann und offenbar auch noch einem Nebenjob nachgeht, ist kein „Einzelfall“, sondern ein strukturelles Warnsignal. Und wer kassiert, muss liefern – oder eben konsequent überprüft werden.
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