Spezi-Zoff vor Gericht: Paulaner lässt Berentzen-Flaschen kippen!
Farbkrieg im Getränkeregal
Der Streit um ein Erfrischungsgetränk sorgt für ordentlich Zündstoff im Gerichtssaal – und zwar nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Looks! Die Traditionsbrauerei Paulaner hat sich im Markenstreit gegen Berentzen durchgesetzt. Stein des Anstoßes: Die Optik der “Mio Mio Cola+Orange Mische” von Berentzen sei laut Landgericht München zu nah dran am bekannten Paulaner-Spezi-Design.
Was das bedeutet? Berentzen darf seine Cola-Mix-Flaschen in ihrer bisherigen Aufmachung nicht mehr verkaufen. Und nicht nur das: Es drohen bis zu 250.000 Euro Strafe, Schadenersatz – und das Vernichtungsurteil für alle bereits produzierten Flaschen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, aber für Paulaner ist es ein klarer Punktsieg.
Die Tapete, die keiner sehen wollte
Berentzen gab sich vor Gericht kreativ: Die Farbwahl der Mio-Mio-Flasche sei gar nicht von Paulaner abgeguckt, sondern basiere auf einer Tapete im Studentenzimmer des heutigen Marketingchefs. Klingt nett – reichte aber nicht zur Rechtfertigung. Die Richter ließen die Geschichte abperlen wie Cola auf einem Plastikdeckel.
Im Zentrum stand die Frage: Könnten Kundinnen und Kunden glauben, dass es eine Verbindung zwischen den beiden Getränken gibt – allein wegen der farbigen Gestaltung? Das Gericht meinte: Ja! Und genau darum geht’s im Markenrecht. Nicht ob das Getränk gleich schmeckt oder aussieht – sondern ob der Eindruck einer Markenverbindung entstehen könnte.
Warum Paulaner so hart durchgreift
Wer denkt, Paulaner geht es hier bloß ums Prinzip oder um verletzte Eitelkeit, liegt falsch. Die bunte Farb-Welle – Gelb, Orange, Rot, Pink und Lila – ist für das Unternehmen ein eingetragenes Markenzeichen. Und genau diese Farb-Kombi will man vor Nachahmern schützen.
Denn je mehr andere Marken mit ähnlichen Designs auf den Markt drängen, desto schwieriger wird es für Paulaner, seinen Farbcode rechtlich zu verteidigen. Schon im März ging das Unternehmen erfolgreich gegen die Karlsberg Brauerei vor – auch hier wegen bunter Etiketten. Für Paulaner ist klar: Wer die Farben kopiert, verwässert die Marke – und am Ende vielleicht sogar den Wert des Originals.
Marken leben von Klarheit
Markenschutz ist kein Kindergeburtstag – und keine Tapetendiskussion. Wer sein Produkt optisch unverwechselbar macht, darf auch erwarten, dass Nachahmer in die Schranken gewiesen werden. Natürlich wirkt es auf den ersten Blick hart, wenn Flaschen vernichtet und Geldstrafen angedroht werden. Aber: Wenn jeder Cola-Mix bald gleich aussieht, ist der nächste Werbeskandal nur eine Frage der Zeit.
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