Airbnb aufgedeckt: Diese Stadt zieht jetzt knallhart gegen illegale Ferienwohnungen durch
Ferien in der Altstadt – für viele Touristen ein Traum. Für Mieter in Erfurt wird dieser Traum allerdings zum Albtraum. Denn während immer mehr Wohnungen in Toplage an Urlauber vermietet werden, wird der Wohnraum für Einheimische knapp. Jetzt reicht es der Stadt: Erfurt startet eine gezielte Offensive gegen illegale Airbnb-Angebote – und macht ernst.
500 Angebote, aber kaum Genehmigungen: Stadt Erfurt macht mobil
Ein Klick auf Airbnb zeigt: Mehr als 500 Wohnungen werden in Erfurt zur Kurzzeitmiete angeboten – viele davon in begehrter Lage rund um Domplatz und Krämerbrücke. Die Preise? Zwischen 80 und 150 Euro pro Nacht. Was für Touristen bequem ist, wird für die Stadt zunehmend zum Problem: Denn viele dieser Wohnungen sind nicht genehmigt.
„Wir brauchen mehr dauerhaften Wohnraum“, betont Lars Bredemeier, Erfurts Beigeordneter für Stadtentwicklung. Laut Prognosen müssen in den nächsten 15 Jahren bis zu 6.900 neue Wohnungen entstehen – doch der Boom bei Ferienvermietungen torpediert dieses Ziel. Denn was als Mietwohnung dringend gebraucht wird, landet oft lieber tageweise bei Urlaubern.
200 illegale Ferienwohnungen im Visier – Stadt setzt auf Kontrollen und Hinweise
Bereits 200 Ferienwohnungen stehen bei der Stadt auf der Watchlist. In 60 Fällen laufen konkrete Verfahren. Die Stadt nutzt dabei sowohl eigene Recherchen in Buchungsportalen als auch Hinweise aus der Bevölkerung. Wer keine Genehmigung hat und trotzdem vermietet, riskiert bald Post vom Amt – und vermutlich ein Bußgeld.
Dabei gilt: Wer sich ordnungsgemäß meldet, Steuern zahlt und eine offizielle Genehmigung vorweist, kann seine Feriengäste beruhigt empfangen. Doch viele Anbieter versuchen offenbar, das Ganze unter dem Radar laufen zu lassen – und das wird jetzt zum Risiko.
Kampf gegen Zweckentfremdung – nicht nur ein Erfurter Problem
Erfurt ist nicht allein. Auch Städte wie Hannover und Leipzig haben bereits Satzungen gegen sogenannte Zweckentfremdung von Wohnraum erlassen. Der Grund: Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Wenn Wohnungen, die eigentlich vermietet werden könnten, stattdessen tageweise an Touristen vergeben werden, verschärft das die Mietpreissituation massiv.
Christian Fothe von der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH bringt es auf den Punkt: „Wenn in der Altstadt weniger Menschen wohnen, verkommt sie zur reinen Kulisse.“ Denn Tourismus funktioniert nur, wenn auch das Leben vor Ort stimmt – sonst kippt die Stimmung.
Wer Wohnraum dem Markt entzieht, handelt nicht clever – sondern egoistisch
Airbnb & Co. sind nicht das Problem – illegale Nutzung ist es. Wer Wohnraum heimlich in Profitquellen verwandelt, weil der Tourismus gerade gut läuft, gefährdet den sozialen Zusammenhalt ganzer Stadtteile. Wenn Altstädte nur noch Selfie-Kulissen sind, braucht sich niemand zu wundern, wenn Einheimische Touristen eher mit Argwohn als mit Gastfreundschaft begegnen.
Wer Ferienwohnungen vermieten will, soll das tun – aber transparent, legal und mit Verantwortung. Wer dagegen mit der Gier nach schneller Rendite Wohnraum blockiert, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann das Gesetz auf der Matte steht.
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