In 7 Tagen 4 Millionen Euro: Wie zwei Deutsche im Silicon Valley das KI-Spiel neu schreiben

Veröffentlicht am: 01.September.2025Kategorien: Arbeitswelt, Start-up & GründenLesezeit: 2 Min.
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Christina Schröder schreibt über rechtliche Themen für den Love & Law Blog bei Recht 24/7.

Bild: Instagram / @akyshnik

Made in Germany, durchgestartet in Kalifornien

Was in Deutschland nicht klappen wollte, hat im Silicon Valley auf Anhieb gezündet: Das deutsch gegründete KI-Startup Leaping AI hat in nur sieben Tagen satte 4,7 Millionen Dollar (etwa vier Millionen Euro) eingesammelt – und das in einer Phase, in der deutsche Tech-Gründer hierzulande oft verzweifeln.

Kevin Wu und Arkadiy Telegin, Gründer von Leaping AI, hatten ursprünglich versucht, ihre Finanzierung in Deutschland auf die Beine zu stellen – ohne Erfolg. „Es ist so schwer, in Deutschland ein Unternehmen zu gründen. Es gibt kein Risikokapital für technische Gründer mit unerprobten Geschäftsmodellen in der Frühphase“, sagt Wu. Also gingen sie dorthin, wo Wagniskapital keine Seltenheit ist, sondern Alltag: ins Silicon Valley.

KI trifft auf Callcenter – und das funktioniert

Leaping AI entwickelt Sprach-KI-Agenten, die Aufgaben im Kundenservice übernehmen. Wer schon einmal stundenlang in einer Warteschleife hing, kann sich leicht vorstellen, warum das Potenzial riesig ist. Für ein Reiseunternehmen konnte die KI bereits 50 Prozent der Anrufe ohne menschliche Hilfe abwickeln – und erreichte dabei über 90 Prozent Kundenzufriedenheit.

Das Team arbeitet für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Tourismus, Versicherungen, Immobilien – überall dort, wo viele gleichartige Anfragen auftauchen, spart die KI wertvolle Zeit und Geld. Aktuell bearbeitet Leaping AI rund 10.000 Anrufe pro Tag.

Geldregen im Akkord: 14 Meetings pro Tag, 5 Tage lang

Nach der Aufnahme in den renommierten Startup-Beschleuniger Y Combinator ging alles rasend schnell. In nur einer Woche und mit Hilfe von Paul Graham (Mitgründer von Y Combinator) und weiteren Top-Investoren sammelten Wu und Telegin mehr als vier Millionen Euro ein – und beendeten die Investorensuche sogar vorzeitig, weil sie mehr Angebote hatten als benötigt.

„Hier hat so ziemlich jeder ‘Ja’ gesagt“, berichtet Wu. Und das, nachdem in Deutschland nicht mal ein „Vielleicht“ zu hören war. Kein Wunder also, dass sich der Gründer über seine neue Heimat begeistert zeigt – sowohl geschäftlich als auch strategisch: „Man wird als Unternehmen mit deutschen Wurzeln gesehen. Eines, das die Sprache der Deutschen spricht. Man ist jedoch ein Unternehmen aus dem Silicon Valley.“

Was sagt Recht 24/7 dazu?

Hier zeigt sich mal wieder brutal deutlich: In Deutschland regiert oft der Zweifel, im Silicon Valley die Chance. Während man hierzulande noch Businesspläne seitenweise zerpflückt, verteilen US-Investoren Millionen nach fünf Meetings. Kein Wunder, dass Talente wie Wu und Telegin ihr Glück lieber auf der anderen Seite des Atlantiks suchen.

Deutschland ist Innovationsland – aber nur, wenn es um Forschung geht. Sobald es ums Machen geht, steht zu oft das „Aber“ im Weg. Wir verlieren Gründer und Ideen an Länder, die einfach schneller entscheiden und mehr riskieren. Der Erfolg von Leaping AI ist beeindruckend – aber auch eine schallende Ohrfeige für den deutschen Gründerstandort.

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